Rezension zu Marc Ritters “Kreuzzug”

Grunddaten:

Autor: Marc Ritter

Titel: Kreuzzug

Softcover: 560 Seiten

ISBN: 978-3-426-22618-6

Verlag: Droemer

 

Klappentext:

Ein irrer Plan geht auf.
Attentäter sprengen den Tunnel der Zugspitzbahn.
Der Zug: mittendrin.
Dann stürzt die Seilbahn ab.
5.000 Menschen auf dem Gipfel sind Geiseln.
BKA, Bundeswehr und CIA scheitern.
Doch niemand rechnet mit Thien Hung Baumgartner, der den Berg wie seine Westentasche kennt.

Meine Meinung:

Zunächst mal hat das Buch durch seine aufwendige Gestaltung bei mir punkten können. In der Klappbroschur vorne und hinten ist eine Karte der Zugspitze aufgedruckt, sodass sich der Leser genau orientieren kann, wo sich die Romanfiguren gerade befinden.
Ebenso gibt es hinten ein sehr umfangreiches Glossar, dass ich gerne in Anspruch genommen habe.

Die Kapitel sind mit Orts- und Zeitangaben überschrieben. So ist man bestens über den Verlauf der Dinge informiert und weiß sofort mit welchen Personen man es gerade zu tun hat.

Die zahlreichen Charaktere sind meiner Meinung nach einfach super gestaltet. Der Autor hat genau festgelegt, welche sympathisch und welche eher unsympathisch erscheinen sollen.
Meine einzige Kritik geht allerdings dahin, dass Thien Hung Baumgartner für mich nicht Protagonist genug ist. Wenn jemand im Klappentext als Retter angepriesen wird, dann sollte er mehr Einsatz zeigen. Leider kann ich nicht mehr dazu sagen ohne zu viel von der Geschichte zu verraten.
Die Charaktere sind für mich viel mehr in einem Gleichgewicht. Jeder hat seine Rolle zu spielen und spielt sie einfach ausgezeichnet. Es gibt Überraschungen mit denen man nicht gerechnet hat (oder mit denen man nur schwer rechnen konnte).

Das Setting der Zugspitze ist für mich im Kopf lebendig geworden. Der Autor hat die Umgebung wirklich gut beschrieben und ich habe mich aufgrund der Schneemassen doch einige Male tiefer unter die Decke begeben ;) Generell war die Atmosphäre im Buch wirklich spannend. Die Geiselnahme und der Druck, der auf den Verantwortlichen lag, war greifbar und nachvollziehbar.

Die Spannung war konstant vorhanden, da die Szenen häufig gewechselt haben und immer wieder neue Ereignisse stattfanden, die die Situation weiter verschärft haben. Das Ende war dann allerdings einen Tick zu apprupt und schnell. Ich hätte es mir dann vielleicht doch ein bisschen spektakulärer vorgestellt, aber das fällt wirklich nicht arg ins Gewicht.

Für mich persönlich waren die Szenen im Bundeskanzleramt ein absolutes Highlight. Während dieser Szenen musste ich durchgängig schmunzeln, weil ich andauernd die Muppet Show vor Augen hatte. Für mich haben nur noch ein paar Knüppel gefehlt um die Art der Konfliktbewältigung zu verdeutlichen ;)

Wer Lust auf einen Ausflug zur Zugspitze hat und darüber hinaus noch live bei einer Geiselnahme dabei sein möchte, ist bei diesem spannenden Buch genau richtig. Die Geschichte hat mich unterhalten und mir in Bezug auf die Zugspitze sogar noch einiges beigebracht. Hier kann ich ganz klar eine Leseempfehlung aussprechen. :)

Bewertung: 4,5 / 5 Sterne


1 Jahr danach

Vor einem Jahr hat mein lieber Opi seine letzte Reise angetreten. Unglaublich, dass seitdem schon ein ganzes Jahr ins Land gezogen sein soll, denn es fühlt sich immer noch an, als sei er erst gestern gegangen.

Da heute sein erster Todestag ist, möchte ich noch mal meine Gedanken von Weihnachten veröffentlichen, weil sie immer noch genauso passen.

 

Die Straße des Lebens

Geliebte Menschen, die gehen müssen,

hinterlassen ein Loch auf unserer Straße des Lebens.

Anfangs fallen wir hinein und verletzten uns,

doch mit der Zeit lernen wir damit umzugehen.

Wir gehen einen anderen Weg oder bauen eine Brücke darüber.

Aber es wird auch immer die schwachen Momente geben,

 in denen wir wieder hineinstürzen – ohne es zu wollen.

Doch dann wird dort auch immer eine rettende Hand sein,

die einen wieder heraus zieht und auf den rechten Weg zurück führt!

Opi du fehlst mir!


1 € Challange

Nachdem ich nun schon auf einigen Blogs diese Challenge gesehen habe, möchte ich auch dabei sein! :)

Meine Regeln:

- pro gelesenem Buch 1 € in die Sparwutz

- Laufzeit 1 Jahr, Zwischenstand nach 6 Monaten

- das Ersparte wird für etwas Schönes ausgegeben

Ich berichte euch dann natürlich was ich mir davon gegönnt habe und wie viel überhaupt zusammen gekommen ist :) Finde diese Aktion spannend und spaßig und deswegen fällt am Freitag der Startschuss ;)

Auf die Plätze, fertig, lesen!!!


Rezension zu Alice Moss “Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich?”

Grunddaten:

Autor: Alice Moss

Titel: Mortal Kiss Bd. 1

Hardcover: 347 Seiten

ISBN: 978-3-86396-018-6

Verlag: Egmont INK

 

Klappentext:

Als ihre Blicke sich zum ersten Mal treffen, steht für Faye die Welt still. Ihr Herz erinnert sich an diesen Jungen, scheint ihn seit einer Ewigkeit zu kennen. Dabei sind sie sich nie begegnet… Doch Finn gibt sich distanziert, geht ihr demonstrativ aus dem Weg. Ganz im Gegensatz zu Lucas, der mit Faye flirtet, als gäbe es kein Morgen. Faye weiß nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Und das ausgerechnet jetzt, wo alles um sie herum aus den Fugen gerät: Unheimliche Wölfe streifen durch die Wälder, eine Motorradgang hält die Stadt in Atem und die Polizei findet die Leiche eines Fremden im Schnee. Der Tote trug ein Foto bei sich. Ein Foto von Faye.

Meine Meinung:

“Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich” ist der erste Band einer neuen Jugend-Fantasy-Serie mit allen Elementen, die eine gute Geschichte benötigt.

Das Buch hat mich schon auf den ersten Seiten eingenommen und bis zur letzten spannenden Seite nicht mehr los gelassen. Der Schreibstil ist sehr locker und so lässt sich die Geschichte flüssig lesen.

Der Protagonist Finn hat mir besonders gut gefallen, weil er voller Geheimnisse steckt und charakterlich besonders toll und wandlungsfähig ist. Der arme Kerl steckt in einem nachvollziehbaren Zwiespalt und der Leser darf hautnah miterleben wie weit er bereit ist zu gehen um seine große Liebe zu retten.
Aber auch Faye und ihre beste Freundin sind ein tolles Gespann. Sie geleiten den Leser praktisch durch die Geschichte. Ihre tiefe Freundschaft haben in mir immer wieder Erinnerungen an meine beste Freundin geweckt. So hat das Lesen noch viel mehr Spaß gemacht.

Hier muss ich allerdings auch meinen einzigen Kritikpunkt anbringen: Auch wenn die Geschichte für Jugendliche und die Protagonistin eben weiblich ist, hätten doch ein paar weniger anschauliche Shoppingtripps bzw. Stilingaktionen der Geschichte nicht geschadet. ;) Gerade in der ersten Hälfte ist es wirklich auffällig wie oft es um Klamotten und Makeup geht. Klar, wir haben es hier mit  Teenagern zu tun, aber auf mich wirkt das teilweise so, als wüsste die Autorin keinen Übergang zu finden…  Und gerade die männlichen Leser wird es nicht so sehr interessieren ob der blaue Lidschatten zum grünen Top passt. ;)

Ansonsten hat mir das Buch aber sehr gut gefallen, denn wie schon beschrieben sind alle wichtigen Elemente einer guten Story enthalten: Eine schöne und zarte Liebesgeschichte mit vielen Emotionen, Fantasyelemente, die es zwar schon gibt, die aber auf eine tolle Art und Weise ausgeführt werden und natürlich viel Spannung, da es hier nicht nur ein Geheimnis gibt, welches ans Tageslicht kommt.
Der Epilog der Geschichte wirft dann auch schon wieder neue Fragen auf, weshalb man unbedingt den zweiten Band der Reihe lesen möchte. Ich persönlich freue mich schon sehr mehr von Faye und Finn zu lesen.

Eine klare Empfehlung für alle Fantasyliebhaber, die einen Hang zur Romanze haben.

Bewertung: 4/5 Sterne

 


Rezension zu Anne Chaplets “Erleuchtung”

Grunddaten:

Autor: Anne Chaplet

Titel: Erleuchtung

Hardcover: 320 Seiten

ISBN: 9783471772836

Verlag: List Hardcover

 

Klappentext:

Hauptkommissar Giorgio DeLange reist aus beruflichen Gründen nach Peru. Zurück in Frankfurt, wird er von Schlägern angegriffen. Drogen werden bei ihm gefunden.Seine Beförderung wird ausgesetzt.Dann wird seine Lebensgefährtin bedroht, Staatsanwältin Karen Stark. Wer will sein Leben zerstören? Und vor allem, warum? DeLange nimmt die Kampfansage an. Da stößt die Staatsanwältin auf eine Verbindung zwischen einer Mordserie in einem hessischen Dorf und der peruanischen Guerillabewegung Leuchtender Pfad. Und der Fall bekommt plötzlich eine ganz neue Wendung.

Meine Meinung:

Puh, über dieser Rezension habe ich nun wirklich lange gegrübelt, frei nach dem Motto: Wie sag ichs meinem Kinde?
Das war das erste Buch von Anne Chaplet und ich denke auch das letzte. Das Buch hat mir überhaupt nicht gefallen und ich musste mich wirklich durchquälen. Das tut mir besonders leid, weil eins der Settings direkt um die Ecke ist. Aber nun im Detail.

Das Buch hat mit 320 Seiten nicht überaus viel Zeit um Spannung aufzubauen. Die ersten 100 Seiten waren für mich leider überhaupt nicht spannend. Danach gab es immer mal ein kurzes Aufflackern des Spannungsbogens, dieser wurde dann aber wieder durch zu viele Umschreibungen zerstört.

Die Szenen in Peru waren für mich besonders schwer zu lesen. Irgendwie konnte ich mich hier überhaupt nicht in die Geschichte hinein versetzen. Genrell waren mir die Handlungen des Protagonisten zu konstruiert. Der Zufall scheint hier eine entscheidende Rolle zu spielen. Immer wieder ist er zufällig genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort und verhält sich dann natürlich auch korrekt. Das macht die Geschichte für mich einfach unglaubwürdig.
Auf den letzten 20 Seiten gab es dann wieder ein kurzes Aufflackern von Spannung, aber auch der Schluss war dann einfach eine Spur too much.

Was mich positiv überrascht hat, waren die Charaktere. Die Beschreibung und vor allem die Entwicklung der Tochter Flo hat mir wirklich gut gefallen. Die Charaktere waren authentisch und in sich rund. Karen Stark hat hier zu einen starken weiblichen Teil beigetragen, was das Buch absolut vertragen kann.

Ebenso positiv zu vermerken, ist die Grundidee einen alten Fall wieder aufzurollen. Diese Idee hat mir wirklich gut gefallen auch wenn es dann letztendlich an der Umsetzung gescheitert ist. Wie gesagt: Zu viele Zufälle. Vielleicht hätte sich die Autorin auch lieber auf ein paar wenige Themen konzentrieren sollen anstatt die komplette Bandbreite von kriminellen Aktivitäten auf den Tisch zu packen (Mord, Drogenhandel, Missbrauch usw.).

Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen und deswegen kann ich auch keine Empfehlung aussprechen. Ich persönlich werde keine weiteren Bücher der Autorin lesen, weil mir der Schreibstil für einen Kriminalroman nicht spannend genug ist. Ich habe jetzt lange überlegt ob ich 1 oder 2 Punkte vergeben soll, werde aber aufgrund der beiden positiven Asprekte die positivere Wahl treffen.

Bewertung: 2/5 Sterne


Rezension zu Andrew Klavans “The Homelanders – Stunde Null”

Grunddaten:

Autor: Andrew Klavan

Titel: The Homelanders – Stunde Null Bd. 1

Broschiert: 288 Seiten

ISBN: 978-3-522-20139-1

Verlag: Thienemann

 

Klappentext:

Ich war an einen Stuhl gefesselt.
Über mir hing eine nackte Glühbirne.
Dann bemerkte ich die Blutflecken auf meinem Hemd.
Und plötzlich war ich wach. Hellwach.

Charlie West, 18, erlebt den Albtraum seines Lebens: Zwei Männer drohen, ihn zu töten – und er kann sich an nichts erinnern. Er weiß nur, er muss handeln. Jetzt! In allerletzter Sekunde gelingt ihm die Flucht. Und eine gnadenlose Jagd durch die USA beginnt, denn Charlie ist nicht nur ins Visier von Terroristen geraten, auch die Polizei sucht ihn. Wegen Mordes!

Meine Meinung:

Zunächst zum Cover: Das Cover ist wirklich etwas für Liebhaber. Wie man auf dem Bild nicht erkennen kann, handelt es sich um ein Metallic-Glitzer-Cover. Die Farben sind schön düster gehalten und passen somit zum actionreichen Thema. Sehr gelungen!

Das Buch ist in 2 Abschnitte und mehrere Kapitel eingeteilt. Die Kapitel sind immer mit einem Schlagwort überschrieben. Leider wurde mir zu oft schon durch die Überschrift verraten was dann anschließend im Kapitel passieren wird.
Da es sich um den ersten Band einer Serie handelt, empfindet man das Buch wie einen Pilotfilm zu einer Fernsehserie. Der Protagonist und sein Konflikt werden vorgestellt und als es dann so richtig los geht, ist es auch schon wieder vorbei. Der Leser wird mit ziemlich vielen Fragen zurück gelassen, die dann hoffentlich im zweiten Band geklärt werden, welcher im Sommer erscheinen wird.

Der Protagonist Charlie hat mir von Anfang an gut gefallen. Man begleitet ihn gern auf seiner abenteurlichen Reise. In der ersten Hälfte hat er sich für meinen Geschmack allerdings ein bisschen zu oft gefragt, ob er sich nicht doch in einem Traum befindet. Das hat mich auf ein paar Seiten doch recht gestört. In der zweiten Hälfte entwickelt er sich aber wirklich zu seinem Vorteil und er wird ein richtiger James Bond im Karateanzug. Die Endsequenz ist dann vielleicht doch schon wieder ein bisschen too much um noch realistisch zu wirken.

Die Spannung hält sich aber während des ganzen Buches aufrecht und ich habe es fast in einem Rutsch gelesen. Also ein sehr flüssiger Schreibstil und mit 288 Seiten auch keine langwierige Lektüre. Gerade die offenen bzw. immer neuen Fragen regen den Leser zum Umblättern an. Wenn eine Frage geklärt wird, dann tauchen garantiert 2 neue auf.  Die Grundidee der Geschichte konnte mich wirklich überzeugen, weil ich Fernsehserien wie Prison Break oder 24 mag. Ich persönlich werde den zweiten Band auf jeden Fall lesen und bin gespannt wie sich Charlie aus seiner momentanen Lage befreien wird.

Ich würde das Buch allen (jungen Erwachsenen) Lesern empfehlen, die sich auf einen actionreichen Trip durch die USA begeben möchten. Von Schießereien über Fluchtversuche bis hin zu zwielichten Gestalten ist wirklich alles vertreten und auch die Gefühlslage des Protagonisten ist dem Autor nicht egal.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich der Schreibstil des Autors vielleicht noch optimieren lässt (Wort- und Satzwiederholungen), die Idee mich aber vollkommen überzeugen konnte.

Bewertung: 3/5


Rezension zu Marc Elsbergs “Blackout – Morgen ist es zu spät”

Grunddaten:

Autor: Marc Elsberg

Titel: Blackout – Morgen ist es zu spät

Hardcover: 800 Seiten

ISBN: 978-3-7645-0445-8

Verlag: Blanvalet

 

Klappentext:

Ist Fortschritt ein Rückschritt? – Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es bald nicht mehr. Der Countdown läuft …

An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, zu den Behörden durchzudringen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, werden dubiose E-Mails auf seinem Computer gefunden. Selbst unter Verdacht wird Manzano eins klar: Ihr Gegner ist ebenso raffiniert wie gnadenlos. Unterdessen liegt Europa im Dunkeln, und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung: Überleben.

Meine Meinung:

Nachdem ich nun schon so viele positive Meinung über das Buch gelesen / gehört habe, musste ich es natürlich auch unbedingt lesen. Die Seitenzahl von 800 hat mich zwar ein wenig abgeschreckt, aber ich muss wirklich sagen, dass es jede Seite wert ist gelesen zu werden! Mich konnte das Buch absolut überzeugen. Aber nun im Detail:

Das Buch ist in in die Tage beginnend ab dem Blackout eingeteilt. Innerhalb der Tage wechselt das Geschehen dann zwischen verschiedenen Städten hin und her, welche als Überschriften verwendet werden. So weiß der Leser dann immer gleich wo er sich befindet bzw. um welche Charaktere es sich handelt. So hat mir das Lesen besonders Spaß gemacht weil für mich eine sinnvolle Einteilung wichtig ist.

Ich behaupte jetzt mal, dass Piero der Hauptcharakter des Buches ist. Auch wenn die Geschichte in der Er-Perspektive erzählt wird, so hat man doch den Eindruck alles aus seiner Sicht zu erleben. Der arme Kerl muss wirklich eine Menge durchmachen und daher gewinnt er bei mir große Sympathiepunkte. Generell gefallen mir die Hauptcharaktere sehr gut. Sie begleiten den Leser auf der Reise durch das Buch und gestalten das Lesen sehr angenehm. Sie sind sowol vielschichtig als auch verschieden, so kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, weil man immer wieder neue Facetten entdeckt.

Die Spannungskurve liegt durchgängig im oberen Bereich. Jetzt nach dem Lesen frage ich mich ernsthaft, wo die 800 Seiten geblieben sind. Das Buch ist ein wirklicher Pageturner, weil eine Katastrophe nach der anderen geschieht. So lange man gemütlich auf der Couch liegt und Strom, Wasserversorgung und Lebensmittel für einen das Normalste der Welt sind, muss man zwischendurch doch einige Male stark darüber nachdenken, was für einen Luxus man genießt. Auch wenn die Geschichte reine Fiktion ist, hat mich das Thema das sehr, sehr nachdenklich gestimmt. Das Buch ist absolut authentisch und man hat das Gefühl Marc Elsberg hat die Zukunft schon gesehen.

Meinen großen Respekt hat der Autor aufgrund der Recherchearbeit verdient. Auch wenn ich von IT / Computern keine große Ahnung habe, habe ich im ganzen Buch nicht eine Stelle entdeckt, die irgendwie unglaubwürdig erscheint.

Wer sich auf die Reise in eine düstere Zukunftsvision begeben und wach gerüttelt werden möchte, ist hier genau richtig. Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

Bewertung: 5/5 Sterne


Rezension zu Jonathan Troppers “Mein fast perfektes Leben”

Grunddaten:

Autor: Jonathan Tropper

Titel: Mein fast perfektes Leben

Taschenbuch: 416Seiten

ISBN: 978-3-426-63742-5

Verlag: Knaur

 

Klappentext:

Träumen wir nicht alle von der großen, wahren Liebe? Hailey war alles, was Doug sich jemals gewünscht hat – doch nun hat er sie durch einen tragischen Unfall verloren. Und sich direkt dazu. Doug klammert sich wild entschlossen an seiner Trauer fest, dem Einzigen, was ihm vom Glück noch geblieben zu sein scheint. Da kommt es denkbar ungelegen, dass es Menschen gibt, die ihn brauchen: sein pubertierender Stiefsohn, seine scharfzüngige Schwester, seine Eltern. Ganz zu schweigen von der Nachbarin, die den attraktiven Witwer wie ein hungriger Hai umkreist. Nein, Dougs Leben ist alles andere als perfekt – aber es hilft nichts: Er muss es wieder in den Griff bekommen …

Meine Meinung:

“Mein fast perfektes Leben” war mein erstes Buch von Tropper obwohl “Zeit für Plan B” schon seit einer Weile bei mir im Regal steht und ich bin total begeistert von seinem Schreibstil!

Obwohl es sich eigentlich um ein ernstes und sehr tragisches Thema handelt, verpackt der Autor die Geschichte in eine teilweise amüsante Ironie, die das Lesen zu einem besonderen Ereignis macht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Geschichte lässt sich in einem Rutsch lesen.

Der Haupthandlungsstrang spielt in der Gegenwart während sich der Protagonist immer wieder an die vergangene Zeit mit seiner Frau erinnert und sie so lebendinger werden lässt als manch anderen Charakter. Hailey ist eine der Protagonistinnen der Geschichte obwohl sie lediglich durch Doug ein Gesicht bzw. eine Stimme erhält.

Generell sind die Charaktere sehr gut gestaltet. Sie erwachen nach kurzer Zeit zum Leben ohne sie lange beschrieben zu haben. Gerade die Empfindungen von Doug können all jene nachvollziehen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Auf mich wirkt er authetisch und greifbar.

Die Nebencharaktere sind so verschieden wie sie zahlreich sind. Jede Persönlickeit schillert in einer anderen Farbe und bringt den Leser mehr als einmal zum Schmunzeln.

Allerdings hat mir persönlich der letzte Funke gefehlt um 100 % überzeugt zu sein. Vielleicht lag es an der Geschwindigkeit der Geschichte.  Der Leser steigt 1 Jahr nach Haileys Tod ein und “verpasst” so einige Stationen der Trauer. Von daher wirkt es auf mich ein wenig schnell wenn Doug sich nun wieder auf die Suche nach einer neuen Partnerin begibt.

Der Erzählstil ist trotz allem spannend gehalten und man möchte immer weiter lesen und herausfinden ob Doug endlich wieder glücklich sein kann. Ich war schon ein wenig traurig, als die Geschichte dann vorbei war.

Wer eine schicksalhafte, lustige und traurige Begegnung mit dem Leben haben und dabei von einigen tollen Charakteren begleitet werden möchte, der ist hier genau richtig.

Bewertung: 4,5/5 Sterne


Rezension zu Guillermo Del Toros/Chuck Hogans “Die Saat”

Grunddaten:

Autor: Del Toro / Hogan

Titel: Die Saat

Taschenbuch: 528 Seiten

ISBN: 978-3-453-26639-1

Verlag: Heyne

 

Klappentext:
Für Ephraim Goodweather, den Chef des New Yorker Seuchenpräventionsteams, ist es keine Nacht wie jede andere. Für die gesamte Menschheit ist es keine Nacht wie jede andere. In dieser Nacht kommt auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen eine gerade gelandete Maschine unvermittelt zum Stehen, der Pilot bricht den Funkverkehr ab, alle Lichter erlöschen. Goodweather trommelt seine Leute zusammen, und gemeinsam betreten sie das Flugzeug. Es bietet sich ihnen ein gespenstisches Bild: Die Passagiere sitzen aufrecht in ihren Sesseln und rühren sich nicht. Als Goodweather näher herangeht, bemerkt er bei allen einen kleinen Schnitt am Hals. Und er macht eine weitere unglaubliche Entdeckung: Die Passagiere leben – aber sie sind keine Menschen mehr … Nein, es ist keine Nacht wie jede andere: In dieser Nacht beginnt der epische Kampf gegen das Böse, das gekommen ist, um New York zu erobern. Und nicht nur diese Stadt, sondern die ganze Welt.

Meine Meinung:

“Die Saat” ist der erste Band einer neuen Mystery-Horror-Reihe ganz im Stil von Stephen King. “Das Blut” – der zweite Band – ist bereits erschienen und auch “Die Nacht” ist schon in Planung.

Schon eine ganze Weile habe ich mal wieder einen richtig guten Horror-Roman gesucht und bin hier nun endlich fündig geworden. Von der ersten Seite an war ich sofort gefesselt. Die Spannung ist an manchen Stellen kaum auszuhalten, weil das Autorenduo den Leser wirklich lange auf die Folter spannt, um was für Wesen es sich letztendlich handelt. Und auch die Auflösung des Geheimnisses ist nicht im 0815 Stil sondern lässt diese Gestalten in einer völlig neuen Weise zum Leben erwachen.

Das Buch ist in mehrere größere Abschnitte unterteilt und die Unterkapitel sind dann jeweils mit den Handlungsorten überschrieben. Diese Art und Weise durch die Geschichte zu führen, finde ich absolut gelungen, da der Leser dann immer sofort weiß wo er sich befindet bzw. um welchen Charakter es sich handelt.
Die Geschichte spielt sich in nur 5 Tage ab. Dadurch entsteht der Eindruck dirket vor Ort zu sein und das Geschehen in Echtzeit zu erleben. Die Autoren schaffen es ein Kopfkino der gehobenen Sorte in Gang zu setzen.

Die Protagonisten sind schon nach den ersten Auftritten lebendiger als in vielen anderen Roman und auch die Nebencharakter, die manchmal nur auf 2 Seiten auftauchen, nehmen im Kopf des Lesers sofort Gestalt an. Deswegen vergebe ich auf jeden Fall einen großen Pluspunkt an die Charaktergestaltung.

Meiner Meinung nach ein absolutes MUSS für alle Stephen King Fans, die sich mal wieder das Adrenalin durch die Adern jagen lassen wollen. Neben den Charakteren ein super ausgestalteter Roman, der in sich schlüssig ist und mich vollkommen überzeugen konnte.

Die Folgebände werde ich auf jeden Fall lesen, da das Buch ein recht offenes Ende hat und so zum Weiterlesen animiert ;)

Bewertung: 5/5 Sterne.

 


Rezension zu V. K. Ludewigs “Ashby House”

Grunddaten:

Autor: V. K. Ludewig

Titel: Ashby House

Taschenbuch: 320 Seiten

ISBN: 978-3-423-21351-6

Verlag: dtv

Klappentext:

An einem frostigen Januartag erwartet Ashby House friedlich seine neue Besitzerin, die weltberühmte Fotografin Lucille Shalott. Lucille reist in Begleitung ihrer Schwester Laura an, mit der sie in abgrundtiefem Hass verbunden ist. Kaum angekommen, ist Lucille plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Laura, von Lucilles Verschwinden unangenehm berührt, macht sich mit Butler Steerpike auf die Suche nach ihr. Als sie in den verbotenen zweiten Stock mit dem legendären Turmzimmer vordringen, erwacht Ashby House schlagartig zu eigenem Leben und geht zum Gegenangriff über …

Meine Meinung:

“Ashby House” ist sowohl ein Mystery-Grusel-Roman als auch eine Familiengeschiche mit vielen Geheimnissen. So kommen hier ziemlich viele Leser auf ihre Kosten! :)

Nach einem kurzen Prolog, der einen wunderbaren Einstieg in die Geschichte darstellt, ist man auch schon mitten im Geschehen. Der Autor verzichtet auf lange Erklärungen und Darstellung der Charaktere. Für mich ist dies ein positiver Punkt, weil sich sofort eine gewisse Spannung aufbaut, die durchgängig vorhanden ist. Lediglich in der Mitte gibt es nach meiner Auffassung ein paar Dialoge zu viel und zu wenig Handlung, was sich dann auf den letzten 100 Seiten wieder gibt.

Die Charaktere der beiden Schwestern dominieren das Geschehen, da sie sehr stark und speziell sind. Man kann Lucilles Verbissenheit nachvollziehen und auch Lauras Motive werden nach wenigen Seiten klar.
Aber nicht nur die Protagonistinnen, sondern auch die Nebencharaktere halten einige Überraschungen bereit. Jeder Charakter für sich ist vielschichtig und hat mindestens ein Geheimnis, welches es im Laufe der Geschichte zu lüften gilt.

Leider habe ich aber auch einen negativen Punkt zu benennen. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, habe ich eine sehr gruselige Geschichte mit vielen übernatürlichen Vorfällen erwartet. Leider treten diese Vorfälle für meinen Geschmack ein bisschen zu spät in Erscheinung und darüber hinaus auch zu selten. Es gibt einige gruselige Stellen, die eine leichte Gänsehaut verursachen, aber die Stellen, wo man sich am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen möchte, bleiben aus.

Das Ende war dann sehr abstrakt und ich weiß noch nicht genau, ob ich es gut oder schlecht finden soll. Leider kann ich dazu nichts sagen ohne zu spoilern, deswegen muss das wohl jeder Leser für sich heraus finden. Im Moment tendiere ich aber zu “es ist ok”.

Die Spannungskurve, die Charaktere und die Geheimnisse rund um Ashby House haben mich aber insgesamt überzeugen können, daher kann ich das Buch jedem empfehlen, der über einen gewissen Grad an Fantasie verfügt und eine spannende Geschichte lesen möchte die in England spielt.

Bewertung: 4/5